Freitag, 13. Januar 2012

Rezension Die Wunderheilerin

Erster Satz: 
Priska riss den Mund auf.

Klappentext:  
Leipzig, Anfang des 16. Jahrhunderts: Obwohl ein Fluch auf ihm liegt, heiratet die Henkerstochter Priska den Stadtarzt Adam. Eigentlich müsste sie glücklich sein, doch sie weiß genau, dass Adam sie niemals lieben wird. Priska flüchtet sich in die Arbeit als Gehilfin ihres Mannes, schnell geht ihr der Ruf als Wunderheilerin voraus. Besonders beliebt ist sie bei den Frauen. Sie hilft ihnen, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Doch damit gewinnt sie nicht nur Freunde. Besonders ihre Zwillingsschwester Regina neidet Priska das Leben an Adams Seite ...


Meine Meinung:
Die Wunderheilerin ist der dritte Teil der historischen Roman-Reihe von Ines Thorn. Der erste Teil "Die Pelzhändlerin" handelt von Sybilla, der zweite Teil "Die Silberschmiedin" von ihrer Tochter Eva und der dritte Teil dreht sich um die beiden Zwillingstöchtern des Henkers, Priska und Regina, die von Eva aufgenommen wurden und denen sie als Lehrmädchen in ihrer Silberschmiede zu einem besseren Leben verhelfen wollte. Evas Bruder Adam ist Arzt und zugleich homosexuell, um einer Anklage zu entgehen arrangiert Eva eine Hochzeit zwischen ihm und Priska. Priska, die den Arzt sehr in ihr Herz geschlossen hat, freut sich diesen zu heiraten und als seine Gehilfin zu arbeiten. Sie setzt sich sehr für sein Ziel ein, nämlich ein Mittel gegen die, in der Stadt kusierenden Franzosenkrankheit zu finden. Jedoch hat sie auch ihre eigenen Ziele. Den Frauen helfen ohne Gefahr Liebe zu erfahren, denn sie selbst erfährt von ihrem Mann nicht die Liebe, die sie von einem Ehemann erwarten kann. Sie sucht zunächst vergebens doch am Ende findet sie die Liebe doch, dafür werden ihr aber große Steine in den Weg gelegt.

Der Schreibstil von Ines Thorn ist wie bei allen anderen Büchern von ihr sehr flüssig und unterhaltsam spannend. In dem Roman ist von der neuen Zeit/neuen Gedanken die Rede- man beginnt die Lehre der Säfte in Frage zu stellen und auch Martin Luther mit den neuen Gedanken taucht in der Geschichte auf. So ist es nicht verwunderlich, das Frau Thorn eine Frau eine so bedeutene Rolle zuspielt. In den beiden vorherigen Teilen spielen die Frauen auch eine wichtige Rolle. In allen drei Teilen wird auf die Meinung der Frauen gehört und sie übernehmen sogar Führungsposten doch wird auch ersichtlich das die Frauen nicht nur ein starkes Geschlecht sind, sondern auch typische Gefühle und Schwächen aufweisen. Diesen Leitfaden den die Autorin immer wieder mit einbringt finde ich sehr bewundernswert. Sie findet ein gutes Gleichgewicht zwischen Schwäche und Stärke, das nicht aufgesetzt wirkt sondern natürlich. Und wahrscheinlich beschreibt sie damit auch die Wahrheit, denn oft waren es wohl die Frauen, die ihre Männer dazu gedrängt haben etwas zu bewerkstellen und die sie angespornt haben an ihre Ziele zu glauben. Diese Geschichten lassen sich gut lesen auch wenn mir, wie bei jedem Buch von Ines Thorn manche Eigenheiten der Charaktere seltsam erscheint, doch auch das führt dazu, dass ich ihre Romane gerne lese.


Fazit
Ein flüssig lesender Roman von einer starken Frau, von der sich manch andere/anderer eine Scheibe abschneiden kann.

4 von 5 Sternen
  • perfekt aber irgendetwas fehlt


Daten:
Titel: die Wunderheilerin
Autor: Ines Thorn
Taschenbuch: 384 Seiten
Sprache: deutsch
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499238574
Preis: 8,99  €

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