Dienstag, 4. Oktober 2011

Rezension Die Totenleserin

Erster Satz:
Da kommen sie.

Klappentext:
Cambridge 1170. Ein kleiner Junge wird tot aufgefunden, angeblich von den Juden gekreuzigt. Als drei weitere Kinder sterben, droht ein Aufruhr. Heinrich II., König von England, muss den wahren Mörder finden und sendet nach einem Totenarzt. Keiner ahnt, dass es sich dabei um eine junge Frau handelt, die Beste ihres Fachs. An der berühmten Hochschule von Salerno ist Adelia eine der wenigen Medizinerinnen ihrer Zeit. Doch im kalten England muss sie ihre wahre Identität verbergen, um als Frau überhaupt ermitteln zu können. Die Stadtväter versuchen eine Aufklärung der Morde zu vereiteln; das nahe gelegene Kloster ist nur an dem schwunghaften Reliquienhandel mit den Gebeinen des Jungen interessiert, und auch Sir Rowley, der Steuereintreiber des Königs, scheint verdächtige Ziele zu verfolgen. Zugleich weckt er in Adelia Gefühle, die sie verwirren. Wem kann sie vertrauen?



Meine Meinung:
Ein toter Junge grausam hingerichtet. Weitere Mordfälle auf der gleichen Art und Weise. Wer kann diese besser lösen als ein Totenleser aus Salerno. Und wer hätte gedacht, das dieser Totenleser Adelia ist? Adelia, die mir schon vor einigen Jahren "Die Teufelshaube" begegnet ist, geschrieben von Ariana Franklin. Und wer hätte gedacht, dass "Die Teufelshaube" der zweite Teil dieser Serie ist? Ich zumindest nicht, damals. Aber als ich das Buch gelesen hatte, wusste ich das es da noch einen ersten Teil geben musste. Und so musste ich einfach "Die Totenleserin" lesen.
Keine schlechte Entscheidung denn der erste Teil war genau so spannend wie der zweite. Ariana Franklin schafft es mit Spannung und Humor ihre Leser im Bann zu halten. Sie schafft es, dass der Leser sich ängstigt, lacht, trauert und entsetzt ist. Durch einen bildhaften Schreibstil ist man direkt vor Ort, wenn Adelia, Mansur (ihr Diener) und Ulf (ihr kleiner Gehilfe) den Fluss nach Auffälligkeiten erkunden oder den Wandlebury Hill durchsuchen. Manchmal jedoch ist die Handlung nicht nachvollziehbar, dann wird von einem Ereignis zum nächsten gesprungen, es gibt Rückblenden, die nicht sofort als solche erkannt werden und dann muss man die Seiten zweimal lesen um am Geschehen wieder teilzunehmen. 

Adelia ist eine starke Frau, die nur ungern ihre Schwächen durchlässt. Schließlich ist sie nicht nur eine Totenleserin, sondern eine Ärztin der Toten und als solche muss sie ständig für ihre Partienten da sein. Natürlich bekommt sie dabeiHilfe von Mansur, Simon, Ulf, Gyltha, Rowley und vielen anderen. Auch diese Charaktere sind sehr gut heraus gearbeitet und besitzen Tiefe. Jede noch so unbedeutene Person gewinnt an Bedeutung in diesem Buch.
Und schließlich werden auch meine Fragen über den zweiten Teil aufgeklärt, so dass ich ihn gerne nochmals lesen würde, wenn denn Zeit dafür da wäre.

Fazit: 
Ein historischer Kriminalroman mit einer gewissen Spur von Humor erwartet euch hier. Nicht nur den zweiten Teil werdet ihr danach verschlingen wollen, sondern auch den dritten Teil, der sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist.

4 von 5 Sternen
  • Punktabzug für die undurchsichtigen Stellen

Daten:
Name: Die Totenleserin
Autor: Ariana Franklin
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Knaur
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3426634905
Preis: 8,95 €


Kommentare:

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