Samstag, 30. Juli 2011

Rezension Herrin wider Willen

Erster Satz:
Wind fuhr durch die Plane des Zeltes,und Ada schauderte auf ihrem Schemel.


Klappentext:
 Lüneburg im 30-jährigen Krieg: Um einer arrangierten Wiederverheiratung zu entgehen, ehelicht die junge Witwe Ada den ihr unbekannten Grafensohn und Soldaten Lenz. Beiden ist bewusst, dass er die Schlacht am nächsten Tag wohl nicht überstehen wird. Trotzdem genießen sie eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht. Wie durch ein Wunder überlebt Lenz schwer verletzt, und Ada zieht mit ihm auf sein Gut. Aber Lenz fühlt sich schon bald in seiner Ehe gefangen und beschließt, Ada allein als Herrin auf dem Anwesen zurückzulassen. Und dann wird das Gut überfallen …


Meine Meinung:
Jaa lang habe ich gebraucht (fast 3 Wochen?). Aber das lag garantiert nicht am Buch sondern an mir. Ich hatte einfach keine Zeit.
Die Geschichte um Ada und Lenz lässt sich eigentlich recht schnell lesen, da der Schreibstil vom Debüt-Roman von Martha S. Marcus sehr flüssig ist. Dabei lässt sie in der wörtlichen Rede die alte Sprache wieder aufleben und auch das Plattdeutsche hat einige Male seine Auftritte. Was einem vielleicht schwierig erscheinen mag, aber das ist es auf keinem Fall. Es bringt noch mehr Leben in die schon lebendige Geschichte.
Ada will sich nicht mit dem von ihr gehassten Matthias Märtens zwangsverheiraten lassen und willigt so schnell in die Hochzeit mit Lenz dem Grafensohn und Soldaten ein. Beide denken, er wird die Schlacht am nächsten Tag nicht überleben und genießen so ihre Hochzeitsnacht. Durch purem Glück und Willenstärke gelingt es Ada jedoch ihren Ehemann vor dem Tod zu retten und bezieht mit ihm erst einmal ihr vom Schwiegervater geerbtes Gut. Auch hier muss sie sich mit viel Stärke beweisen. Eine außergewöhnliche Leistung für eine Frau in ihrer Zeit. Zu allem Unglück versteht sie sich nicht mehr mit ihrem Mann und muss sich einige Male alleine behaupten.

Das Buch spielt zur Zeit des 30-jährigen Kriegs. Zwischen Katholiken, Protestanten und anderen Marodeuren entwickeln sich die Charaktere der Protagonisten. Besonders Ada merkt man die Entwicklung von einer züchtigen, zurückhaltenden Frau zu einer leidenschaftlichen und willensstarken Ehefrau an. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gestaltet, sodass man keinen missen möchte. Außer natürlich die Widersacher.
An einigen Stellen muss man schmunzeln, an anderen bangen und an wieder anderen fühlt man sich geborgen.
Der Leser ist immer mittendrin. Und auch die Wechsel zwischen den einzelnen Personen versteht man ohne Probleme. Ein Buch das sich leicht und gerne liest.



Fazit:
Wer nicht zu viel Geschichte in einem historischen Roman will ist hier genau richtig. Martha S. Marcus versteht es gekonnt die geschichtlichen Details so gut einzufädeln, dass sie einen nicht großartig stören, einem aber doch das Gefühl geben, dass das Buch zu einer schweren Zeit spielt. Die Liebesgeschichte zwischen Ada und Lenz ist zwar typisch aber nicht besonders kitschig, so dass sie einen nicht unangenehm aufstößt.


4 von 5 Sternen
  • Zum Ende kam zu viel auf einmal, was nicht hätte sein müssen. Ein Übel weniger wäre gut gewesen aber ansonsten ein gutes Buch.

Daten:
Name: Herrin wider Willen
Autor: Martha Sophie Marcus
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3442471843
Preis: 8, 95 €














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