Freitag, 17. Juni 2011

Rezension Totenmädchen

Erster Satz:
Als ich aufwache, ist es sehr dunkel.

Klappentext:
Oxford, im Jahre 1650: Namhafte Mediziner und junge Studenten versammeln sich im Haus des Apothekers Clarke, um der Sezierung einer Leiche beizuwohnen. Die Tote ist die sechzehnjährige Anne Green, die wegen Kindstötung zum Tod am Strang verurteilt und gehängt worden ist. In Wahrheit wurde Anne Green vom Neffen ihres Dienstherren verführt und dann sitzengelassen – doch die Wahrheit hatte vor Gericht niemand hören wollen. Stunden nach Annes Tod ist der junge Student Robert der erste, der es wahrnimmt: Anne Greens Augenlider flattern. Sollte das Mädchen, das noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert hatte, den Strang überlebt haben?


Meine Meinung:
Mary Hoopers Schreibstil in diesem Buch hat mir sehr gefallen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen und wollte unbedingt wissen, was passiert.

Die Handlung wird abwechselnd aus Anne Greens Sicht und Roberts Sicht erzählt.
Anne befindet sich Anfangs in einer Dunkelheit, in der sie nicht mitbekommt, was um sie herum passiert und denkt dass sie sich im Fegefeuer befindet kurz vor der Himmelspforte oder der Hölle. Sie erzählt, wie es dazu gekommen ist, dass sie gehängt wurde.
Robert ist ein Student. Er stottert und will an Anne Greens Sezierung teilnehmen. Der junge Student ist der erste der bemerkt, dass die vermeindliche Leiche Lebenszeichen von sich gibt. Kann sich aber nur schwer mit seinem Sprachfehler verständlich machen. Er ist darauf erpicht, dass dem Mädchen geholfen wird und wieder zum Leben gebracht wird.

Anne ist ein sehr naiver Charakter. Sie glaubt den Lügen des Mannes der sie nur benutzt und gerät so in ihre schwere Lage. Sie weiß nicht viel über die Welt und glaubt vor ihrer Hinrichtung nur an das Gute in allen Menschen. Das Dienstmädchen träumt davon Herrin eines großen Anwesens zu sein und von allen geachtet und geliebt zu werden.
Robert ist mir mit seinem Sprachfehler sofort ans Herz gewachsen. Auch sein Wille Anne unbedingt zum Leben zurück zu holen  hat mich sehr gerührt.

Da Anne Greens Geschichte eine wahre Begebenheit war, beginnt man auch nicht daran zu zweifeln, dass das ganze an den Haaren her gezogen ist (Natürlich hat auch Rogers (Briannas Mann aus der Highlandsaga) Überleben nach dem Strang mich davon überzeugt, dass sowas durchaus möglich ist) Mary Hooper erklärt in ihren Anmerkungen auch noch, wie es dazu  gekommen sein könnte, so dass nun auch alle Zweifel weggeblasen werden. Auch die Gerichtsverhandlung die mich beim Lesen etwas stutzig gemacht hat (warum glaubt man Anne einfach nicht, dass sie ihr Kind nicht ermordet hat? Es gibt keine Zeugen aber eindeutige Beweise, dass dieses Kind nicht überlebensfähig war) wurde in den Anmerkungen der Autorin genau erklärt. 
Es ist unglaublich, wie die Gesetzte damals waren und wie mit den Menschen, besonders den Ärmeren umgesprungen wurde.

Mich hat nur das Ende etwas enttäuscht da ich mir gewünscht hätte, dass man noch etwas über Annes Leben nach der "Neugeburt" erfahren hätte und was aus Robert wird.

Fazit: 
Dieses Buch ist sehr lesenswert. Besonders für jüngere Menschen ( ab 14/15 Jahren) ist dieses Buch leicht verständlich und macht Appetit auf Geschichte da es nicht zu voll gestopft ist mit historischen Daten, dennoch aber einen Einblick in das damalige Leben gibt, was durchaus interessant sein kann.


4 1/2 von 5 Sternen
  • 1/2 Punkt Abzug für das Ende
Daten:
Name: Totenmädchen
Autor: Mary Hooper
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbj
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3570400722
Preis: 7, 99 €



Kommentare:

  1. Ich hab mal nur dein Fazit gelesen, da ich das Buch heute auch bekommen hab und freu mich schon total drauf. Bin sehr gespannt, ob mir das Buch auch so gut gefällt, wie dir.

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  2. das Buch ist einfach nur großartig !!!!

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