Dienstag, 12. April 2011

Rezension Der Maler Gottes

Der erste Satz: Gestern, bei Einbruch der Matthiasnacht, der Nacht der Orakel, hatte die Hebamme Efeublätter in eine Schüssel mit Wasser gelegt.

Kurzbeschreibung:
Er ist von seiner Kunst besessen und kennt keine Kompromisse. Bereits als Kind hat Matthias Grünewald nur ein Ziel: Ein Werk zu schaffen, das Gott und der Schöpfung gerecht wird. Nichts kann ihn von seiner Vision abbringen – nicht sein eifersüchtiger Bruder, nicht die harten Lehrjahre und auch nicht Magdalena, mit der ihn eine innige Liebe verbindet. Heiraten wird er sie nie, denn seine Kunst steht immer an erster Stelle. Doch in seiner berühmten Magdalenenklage setzt er ihr ein unvergängliches Denkmal … 

Meine Meinung:
Nachdem alle Zeichen bei seiner Geburt das Unheil verkünden, hat Matthias einen eher schlechten Lebensweg. Vom Bruder verachtet und von seinem Vater zu spät als Maler anerkannt, muss er sich schon in seiner Jugend durchschlagen. In einer Mühle lernt er die Hure Magdalena kennen. Für ihn eine Heilige und die einzig wahre große Liebe. Mühselig lernt er das Künstlerhandwerk. Zwar hat er ein großes Talent und ist einigen Meistern seiner Zeit weit voraus doch zufrieden ist er mit seinen Arbeiten nicht. Es fehlt ihnen die Lebendigkeit, die Nähe zu Gott. Er wird auf Wanderschaft geschickt, um die besten Techniken zu erlernen, denn auch seine Lehrmeister erkennen, dass sie Matthias nicht das beibringen können, wonach er sucht. Aber er lernt sie, die Kunst nach der er strebt, mit Hilfe an den Gedanken an Magdalena.

Wie immer hat mir der Schreibstil von Ines Thorn sehr gut gefallen. Er lässt sich schnell und einfach lesen und nach der "Teufelshure" war es genau das Richtige. Der historische Roman ist in 16 kurze Kapitel eingeteilt + Epilog. Man verfolgt Matthias Leben von der Geburt bis zu dem Tod. Er ist ein Mann, der Gott sucht. Hauptsächlich malt er Heiligenbilder und Geschichten aus der Bibel, verfällt dabei manchmal dem Wahnsinn. Viele Freunde hat er nicht, da er nicht gerne tiefere Kontakte pflegt. Einzig Magdalena und sein Freund Guersi berühren ihn. Für sie tut er alles. 

Leider fand ich die Handlung in einigen Punkten nicht tiefgründig genug. Zwar werden die einzelnen Stationen in seinem Leben beschrieben, meistens wird aber nicht genauer auf sein Alltag eingegangen. Man erfährt etwas über Mal- und Bildhauertechniken aber nichts darüber, was ihn genau ausmacht. Klar er ist Maler aus Leidenschaft, hat psychische Probleme, liebt nur zwei Menschen und hat wenig Menschenkenntnisse aber warum ist das so? Alles etwas flach für meinen Geschmack. 

Da Matthias Grünewald wirklich gelebt hat und auch Maler war, der die im Roman beschriebenen Kunstwerke auch gemalt hat, geht man an den Roman doch etwas anders heran. Ines Thorn hat viel über den Maler recheriert aber über das genaue Leben des Matthias Grünewald hat sie nicht viel herausbekommen. Einzig seine Kunstwerke sind bekannt. Ob die Handlung stimmt oder fiktiv ist kann man nicht sagen.
Auf dem Cover befindet sich eine Frau. Diese Art von Coverbildern sind ja bekannt bei Ines Thorn. Eines der schönsten Cover ist es sicherlich nicht, aber man kann dadurch zuordnen, zu wem das Buch gehört. 

4 von 5 Sternen

  • Abzug für die etwas flache Handlung
Daten:
Autor: Ines Thorn
Name: Der Maler Gottes
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Knaur
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3426638583
Preis: 7,95 €








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